Wieder einmal sitze ich morgens in meiner Lieblings-Kaffee-Bar und lausche der schönen, entspannenden morgendlichen Musik bei einer dampfenden Tasse Milchkaffee und spüre die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Die ersten Blätter fallen, die letzten wenigen Sonnenschirme sind aufgespannt. Ach, ich könnte noch lange so sitzen, als meine meditative Ruhe just zerstört wurde. Ein Privat-Kurier fährt röhrend vor, ein übergewichtiger junger Kerl mit ziemlich grimmiger Mine springt aus der Fahrerkabine, reisst den Verschlag auf und verschwindet in den metallenen Eingeweiden. Kurz darauf hüpft er mit einem riesigen Computer-Paket unter den Armen aus dem Fond und schlägt die Türe zu, ohne Erfolg. Seiner unzufriedenen Mine nach hat sein Tag schlecht begonnen, und nun das noch. Die Türe des Vans lässt sich nicht schliessen, ja, da muss man doch gleich mal kräftig mit dem Fuss nachhelfen. Mit einem ohrenbetäubenden Knallen schlug die Türe zu. Ich sah ihm dabei zu und konnte innerlich nur den Kopf schütteln. Während er zum fulminanten, apokalyptischen Fusstritt ausholte sah er aus, als gelte es, den grössten Feind zu vernichten. Ja, dieser Typ war echt schlecht drauf. Vermutlich passiert ihm das öfter, denn ich sah mit Erstaunen, dass die traktierte Stelle bereits mit zig Abdrücken von schwarzer Schuhsohle „verziert“ war. Das Blech sah jedoch noch ganz aus, ohne Dellen, was eindeutig für die hochstehende Qualität von Mercedes spricht. Falls Sie also jemanden kennen, der zu ungezügelter Wut neigt, und auch noch ein neues Auto braucht, ein Mercedes wäre wohl eine Überlegung wert....
© Yvonne Kunz, 2008